Geschichtliches

Dachshund und Klub


Bereits im 16. Jahrhundert waren in der Jagdliteratur Erdhunde bekannt (du Fouilloux, La Vénerie, 1561).



Im Dunkel der Geschichte bleibt, wie sich Bracken, vermutlich aufgrund einer Mutation (Chondrodystrophia fetalis), zu Dachskriechern und Dachsschliefern (Vestigator cunicularius) entwickelten und schließlich im 18. Jahrhundert zu den mit krummen Beinen und langen Körpern beschriebenen Dachshunden wurden - Canis familiaris vertagus Linnæus, 1758 (nicht: vertragus - Windhund), dt.: Donndorf, 1792.

Sicher ist, dass 1879 eine in Hannover tagende "Enquête-Commission" erstmals „Race-Kennzeichen“ des Dachshundes darlegte.
Seit 1839 bestand der „Hannoversche Jagdverein“, der 1878 den „Verein zur Veredelung der Hunderassen für Deutschland“ gründete. Am 26.04.1879 bildete dieser eine Delegierten-Commission (D.C.), die der erste deutsche Hundezuchtverband wurde. Sie formulierte nach englischem Vorbild Standards für deutsche Hunderassen. Die D.C. gab 1880 das Deutsche Hunde-Stammbuch (D.H.St.B.) heraus. Der Beginn einer Reinzucht (auch) der Dachshunde zeichnete sich ab.

Der - je nach ursprünglich ober- oder niederdeutsch-diminuierendem Sprachgebrauch - Dackel oder Teckel nahm auf dem Papier eine erste standardisierte Gestalt an.



Aus diesen Anfängen moderner Kynologie entstanden Spezialklubs, die sich nicht der D.C. anschlossen: der im Januar 1888 gegründete Deutsche Doggen-Club ist der älteste dieser Art in Deutschland.

Bald darauf, am 10.06.1888, folgte in Berlin die Gründung des Teckel-Klubs.
Auf der Gründungsversammlung wurde Emil Ilgner zum 1. Vorsitzenden gewählt.
1890 führte der Klub sein erstes Stammbuch ein, mit 386 Kurzhaarteckeln (der Stammform des heutigen Dachshundes), 15 Langhaarteckeln und 3 Rauhhaarteckeln. Der schwarz-rote Kurzhaarteckel „Agnat Rasebas“, im Besitz von Karl Graf Hahn, erhielt die „Nr. 1“.


Mirsa II 182., Siegerin in Berlin, 1890

Ab 1902 wurden im Anhang des Teckel-Stammbuches „Zwergteckel aller Varietäten und Haararten“ geführt.
Nach unbefriedigenden Einzüchtungen von Pinschern und Terriern im Kaninchenhund-Verein, wurden ab 1905 im Kaninchenteckelklub auf der Grundlage der Teckelreinzucht, verbunden mit jagdlichen Brauchbarkeits-Prüfungen, Kleinteckel in einem eigenen Zuchtbuch geführt. Das Ziel war durchgezüchtete Kleinheit: „Was im Bau hemmt, muß über Bord“ (Fritz Engelmann, 1911).


Stropp von Grevenbroich K.-Z. Bd.III, 403, BU 31 cm,
Sieger in Krefeld, 1911

1906 schloss sich der Teckel-Klub dem in Frankfurt am Main gegründeten Dachverband Kartell der stammbuchführenden Spezialklubs für Jagd- und Nutzhunde“ an, der ab 1925 "Deutsches Kartell für Hundewesen" (DKH) hieß.
Als zweiter deutscher Vertreter, neben der D.C., war das Kartell in Paris 1911 Gründungsmitglied der Fédération Cynologique Internationale (FCI).
Aufgrund der politisch-kulturellen Gleichschaltung ab 1933 wurden der D.C. und der DKH sowie der 1899 von der D.C. abgespaltene "Verband von Vereinen zur Prüfung von Gebrauchshunden zur Jagd" (JGV, später JGHV) aufgelöst und mit allen anderen Hundezuchtvereinen zum "Reichsverband für das Deutsche Hundewesen" (RDH) vereint, der Vorgängerorganisation des 1949 in Dortmund gegründeten Vereins "Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e.V.“.
Auch der Teckel-Klub wurde 1935 aufgelöst und gleichgeschaltet. 3 Vereinigungen führten Stammbücher für Teckel: der D.C., der Teckel-Klub und der Gebrauchsteckel-Klub.
Hinzu kamen 3 Klubs, die Zuchtregister für Teckel führten: der Kaninchenteckelklub, der Klub für langhaarige Teckel (die sich nach damaliger Annahme durch Einkreuzung von Wachtelhunden entwickelten) und der Klub für rauhhaarige Teckel (die insbesondere durch Einkreuzung rauhaariger Pinscher (Schnauzer) und Dandie Dinmont Terrier entstanden).
Mit der Bildung der „Fachschaft für Dachshunde e.V.“ (FSD) wurde die organisatorische Pluralität beendet und das Prüfungs- und Zuchtwesen - auch für die weitere Zukunft - zentralisiert.
Die FSD unterstand dem RDH, ab 1937 dem "Reichsbund Deutsche Jägerschaft" (RDJ). Das Vereinsleben kam durch Versammlungsverbot ab 1939 zum Erliegen.
Nach der Auflösung von RDH und RDJ 1945 reorganisierte sich das Ausstellungs-, Prüfungs- und Zuchtwesen für Dachshunde.

Am 19.07.1947 wurde der Verein „Deutscher Teckelklub, gegründet 1888, eingetragener Verein“ (DTKl) in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Duisburg eingetragen und der Teckel-Klub damit wiederbelebt.

Aus diesem Neuanfang nach den Weltkriegen entstand 1959 u.a. auch eine „Arbeitsgemeinschaft Nord“.
Waren in den 20er Jahren unter Emil Schuchardt bereits die Hanseatische Landesgruppe und die Gruppe Hamburg zum Norddeutschen Teckel-Klub vereint worden, so umfasste auch die Arbeitsgemeinschaft das Gebiet der neuen Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein.

Der erste Vorsitzende, Karl Gerhard Herbst, baute die nördlichste Organisation des DTKl auf Landesebene mit seinen Mitgliedern auf und führte sie 20 Jahre lang.


VDH-ST 1978, LS 1978, ISchCh 1980
Ginster vom Steffelstamm FCI

Ihm folgte Hans Adolf Clasen, der die AG Nord von 1979 bis 1999 leitete.

Im Jahr 1997 wurde die Arbeitsgemeinschaft Nord in einen rechtlich neuen Rahmen gegossen, es entstand der „Landesverband Nord e.V.“ (LVN), Neumünster, als Mitglied des DTK.

Von 1999 bis 2011 stand der LVN unter der Leitung von Wilfried Petersen, der später Ehrenvorsitzender des Landesverbandes Nord wurde.

Er gab sein Amt 2011 an Volker Weißer ab, der bis 2015 als 1. Vorsitzender fungierte.

Sein Nachfolger wurde Heinz Konstanti.



Abena vom Jarnwith



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